Snöfrid aus dem Wiesental

Ein Snöfrid ist ein etwa kniegroßes Wesen, das Ähnlichkeit mit einem Biber hat. Unser Snöfrid lebt im Wiesental und mag es gerne ruhig und beschaulich. Er bewohnt eine heimelige Höhle und ernährt sich vorzugsweise von frischem Quellwasser und von Haferbrei. Zu Beginn der Geschichte ist für ihn die Welt noch in Ordnung – er muss nicht allzu viel reden und hat es ruhig. Doch dann ändert sich alles! Er erhält Besuch von Feenmännchen, die ihm mitteilen es sei an ihm die entführte Prinzessin Gunilla aus den Fängen dessen, der nicht genannt werden darf, zu retten. Und so beginnt eine aufregende, so ganz und gar nicht snöfridhafte Reise, auf der es viele Abenteuer zu bestehen gilt und auf der er viele märchenhafte Wesen (von Feenmännchen, über Wassernixen bis hin zu dummen Trollen) trifft. Am Ende steht natürlich die Befreiung der Prinzessin und der (gar nicht schlimme) Showdown mit dem bösen Asgrimur.

Ein bisschen Harry Potter? Ein wenig Herr der Ringe? Alles schon gehabt? Mag sein. Aber es ist völlig egal, denn dieses Buch ist ein Schatz! Es ist ein fantastisches Kinderbuch, das durch seine liebenswerten Geschöpfe und die – trotz der offenkundigen Anleihen – neue und dennoch spannend erzählte Geschichte besticht. Hervorzuheben sind die aufwändigen und liebevoll gestalteten Illustrationen des Autors, die das Vorlesen für die Kleinen zu einem besonderen Erlebnis machen.

Die Sprache des Autors ist blumig und verspielt. Er beschreibt detailverliebt und trifft humorvoll sehr gut den Ton seiner Zielgruppe (Alter ab 4 Jahren). Er wendet sich immer wieder an die Leserschaft oder die Zuhörer und bezieht sie durch die direkte Ansprache aktiv in die Erzählung ein. Meine eigenen Kinder haben auf seine Fragen regelmäßig geantwortet.

Fazit: Ein wunderbar gestaltetes und lebendig erzähltes Buch für Kinder ab vier Jahren. Für uns eine der Entdeckungen des Winters!

Eine Rezension von Dominik Bernhart, Altensteig (Vater von 5 Kindern)