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Buchtipps

Kein anderer Autor schreibt wie Peter Kurzeck. Seine Texte gleichen eher gesprochener Sprache, er flechtet sie aus Eindrücken und Erinnerungen. Und so hört man ihn geradezu erzählen, während man ihn liest, wird eingesogen von seinem Sprachfluss – und ich höre ihm wahnsinnig gerne zu. In Erzählschleifen greift Kurzeck immer weiter aus und breitet so in seinem Sommerbuch die Erinnerungen an einen Urlaub (eigentlich zwei Urlaube) in der Provence Anfang der 1980er Jahre vor uns aus.  

Rechtzeitig zum Ferienbeginn ist der lang erwartete fünfte Band der Kleinen Dame endlich erschienen. Dieses Mal führt die Salafari in die blauen Berge, wo Lillys Oma wohnt.

Auf 21 Wanderungen der anderen Art nimmt Arnold Esch seine Leser mit. Es geht nicht um Sport oder die übliche Abfolge von Sehenswürdigkeiten, sondern Spuren in der italienischen Landschaft, die von historischen Begebenheiten erzählen, wie wir sie ohne Eschs Texte nicht deuten könnten, wie sie uns meist nicht einmal auffallen würden.

Schlegel, Schelling, Fichte, Novalis, Tieck – Nicht als ehrwürdige Tempelheilige des Idealismus und der Romantik, sondern als junge Menschen voller Tatendrang und großer Ideen treten sie in „Sternstunden“ auf. Um 1800 kreuzten sich ihre Wege für wenige Jahre in Jena – wo sie unter anderem auf Schiller trafen. Man verstand sich, mitunter sorgten Ehrgeiz, Eifersucht und Liebeleien aber auch für Turbulenzen. Das alles vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und der nachfolgenden Kriege.

Ein Snöfrid ist ein etwa kniegroßes Wesen, das Ähnlichkeit mit einem Biber hat. Unser Snöfrid lebt im Wiesental und mag es gerne ruhig und beschaulich. Er bewohnt eine heimelige Höhle und ernährt sich vorzugsweise von frischem Quellwasser und von Haferbrei. Zu Beginn der Geschichte ist für ihn die Welt noch in Ordnung – er muss nicht allzu viel reden und hat es ruhig. Doch dann ändert sich alles!

Die wilden Zwerge sind eine quirlige Multi-Kulti-Kindergarten-Truppe, die ihre Erzieherinnen zum Lachen, Weinen und manchmal Verzweifeln bringen. In einem der drei Abenteuer will ausgerechnet der schlimme Richard die zarte Elena heiraten und die Hochzeit seiner Erzieherin nachspielen. Hatte nicht jeder einen unbändigen, etwas ungeschickten Richard und eine sensible, weinerliche Elena in seiner Kindergartengruppe? Herrlich! Die Bücher sind humorvoll illustriert von der bekannten Illustratorin Susanne Göhlich.

Zweites Rezensionsvideo von Thomas Voglgsang. »Die Handschriften von Saragossa« des weitgereisten Freigeists Jan Graf Potocki. Rezensionsvideo gedreht und geschnitten von Kathrin Aue. Wichtige Anmerkung: der Buchpreis ist leider mittlerweile vom Aufbau-Verlag auf 14,95 EUR erhöht worden!  

Das Buch handelt von zwei Jungen: Aristoteles, der immer ein Einzelgänger gewesen ist und mit sich selbst und seiner Umbgebung relativ unzufrieden ist und Dante, der selbstbewusst und aufgeschlossen ist. Die beiden freunden sich trotz ihrer Unterschiedlichkeiten an. Für Aristoteles ist diese Freundschaft eine große Herausforderung, da es ihm schwerfällt, mit Dantes Zuneigung umzugehen. Als beide anfangen, Gefühle füreinander zu entwickeln, wird es nochmals komplizierter für Aristoteles. Das Buch ist aber keinesfalls ein klassischer Liebesroman.

Der erste Band der zweiteiligen Iron Flowers Reihe erschien am 25.04.2018 und handelt von zwei vermeintlich unterschiedlichen Schwestern, die in einer Zeit, in der Frauen unterdrückt wurden, um ihre Rechte kämpfen.

Niemand weiß, wer hinter dem Pseudonym der italienischen Autorin steckt und das hat den Hype um dieses Buch noch verstärkt: alle haben wie fiebrig den Roman „Meine geniale Freundin“ erwartet! Die Rezensionen gingen diametral auseinander: Auf der einen Seite hymnisch gefeiert, auf der anderen Seite bestenfalls als bessere Trivialliteratur bezeichnet. In einer schlichten, aber durchaus schönen Sprache handelt der Roman über die Liebe, das Leid und die Macht einer Freundschaft angefangen im „armen“ Neapel der 50er Jahre. Sehr lesenswert und zum Abtauchen schön!